Mittwoch, 22. Oktober 2008
Kirschblüten - Hanami
Als der Arzt Trudi (Hannelore Elsner) anvertraut, ihr Mann Rudi (Elmar Wepper) habe Krebs im Endstadium, trifft sie eine einsame Entscheidung. Sie beschließt, die schwere Erkrankung geheim zu halten und folgt dem Rat des Doktors: Eine letzte gemeinsame Unternehmung, die sie bislang nie realisierten. Doch als sie ihre Kinder und Enkel in Berlin besuchen, sind diese mit sich selbst beschäftigt. Beide fahren weiter an die Ostsee, wo Trudi plötzlich stirbt. Rudi beginnt das Leben mit neuen Augen zu sehen und reist von Deutschland nach Japan, um die unerfüllten Träume seiner Frau zu finden.

Sicher ist Doris Dörries sensationeller Kinoerfolg (über 1 Million Besucher) ein sehr emotionaler und poetischer Film, sicher spielen Hannelore Elsner und Elmar Wepper ihre Rollen großartig und sicher gibt es einige tiefgründig witzige, aber auch symbolträchtige Momente. Ein bißchen straffer als 120 Minuten mit ein bißchen weniger deutsche Rührseligkeit hätte den Film aber durchaus gut getan. So wirkt "Hanami" wie die provinzielle Antwort auf Bill Murrays "Lost in Translation" mit ein wenig zuviel deutschem Familiendrama-Klischee.
Bewertung: 6/10 (Moviepilot Prognose 8)


... link (0 Kommentare)   ... comment


My Boy Jack
England im Jahre 1914. Der Schriftsteller Rudyard Kipling (David Haig) sieht voll nationaler Begeisterung dem scheinbar unvermeidlichen Waffengang gegen die Deutschen entgegen und ist untröstlich, dass sein 19-jähriger Sohn Jack (Daniel Radcliffe) wegen einer Sehschwäche nicht ins Feld darf. Unermüdlich putzt er Klinken bei Würdenträgern im Bekanntenkreis, bis der Filius schließlich doch noch zur Infanterie darf. Prompt geht der Knabe im ersten Gefecht verloren. Kipling aber reist mit seiner Frau Caroline (Kim Cattrall) an die Front, um sein Schicksal aufzuklären.

Das Kriegsdrama erzählt die Geschichte vom Schriftsteller Rudyard Kipling ("Das Dschungelbuch"), der neben seine literarischen Werken auch wegen seiner anfänglich nationalpolitischen Gesinnung bekannt war, mit der er auch seinen Sohn an die französische Front des ersten Weltkriegs zwang. Dieser englische TV-Film beruht auf dem gleichnamigen Theaterstück von und mit David Haig, der zudem das Drehbuch schrieb und erneut die Hauptrolle spielt. Mit straffer Regie inszeniert TV-Regisseur Brian Kirk nicht nur die Geschichte des jungen Jack, sondern auch die Dramen in der Familie Kipling. Er konzentriert sich dabei auf die Handlungen des Vaters und dem eindringlichen Spiel von David Haig. Aber auch Daniel Radcliffe spielt sich einmal mehr frei vom Image als "Harry Potter". Wenn der Vater am Ende sein eigenes Gedicht "My boy Jack" rezitiert, ist man versucht allen Beteiligten großes Kino zu attestieren. Zumindest sollten sich die deutschen TV-Anstalten einmal ein Beispiel nehmen was beim Fernsehfilm möglich ist.
Bewertung: 7/10


... link (0 Kommentare)   ... comment


Dance of the Dead
In einem amerikanischen Provinzstädtchen harrt die Jugend des bevorstehenden Schulabschlussballs. Doch nicht auf jeden wartet ein festlicher Abend. Der Schulrowdy hat Hausverbot, die Punkband Spielverbot, die Nerds vom Science-Fiction-Club finden keine Partnerin, und der coole Steven muss noch eine Pizza ausliefern. Als wegen eines Reaktorunfalls die Toten als hungrige Zombies auferstehen, stellt sich heraus, dass ausgerechnet diese Pechvögel und Außenseiter das Schicksal der Stadt in ihren Händen halten.

Dass Teenie-Trash und Horror zusammengehören, weiss man spätestens seit . der genialen Killer-Reihe "Scream", die massig Splatterfilme ähnlicher Machart nach sich zog. Allerdings wandte man sich in der Folge immer mehr den blutigen Gore-Effekten zu und vernachlässigte den Humor der Wes Craven Filme (die Konsequenz ist der Folterporno namens "Hostel"). Die Low Budget Produktion "Dance of the Dead" bringt wieder Humor in den Teenie-Horror, indem sie nicht nur die Untoten auf die Jugendlichen losläßt, sondern gleichzeitig die üblichen Abschlussball-Klischees der 80er Jahre Romanzen parodiert. Trotzdem darf man kein "Scary Movie" erwarten, der sich selbst und seine Zuschauer nicht ernst nimmt. In "Dance of the Dead" steht immer noch die Handlung in Mittelpunkt, aus der sich einfach irrwitzige Dialoge und abgedrehte Szenen entwickeln. Insofern funktioniert dank geschickter Inszenierung sowohl der Horror als auch die Parodie nebeneinander. Der Vergleich mit der Brit-Komödie "Shawn of the Dead" oder eben "Scream" trifft es eher, wenn man diesen skurilen Horrorspaß umschreiben will. Soll heißen: perfekter Partykracher mit Kultpotential!
Bewertung: 7,5/10


... link (0 Kommentare)   ... comment


Die Rückkehr der Piranhas (1995)
Auf der Suche nach einem vermißten Pärchen befreien der heruntergekommene Abenteurer Paul und die Journalistin Maggie versehentlich einen Schwarm von Killerpiranhas aus einem geheimen Zuchtbecken der Army. Von nun an haben sie alle Hände voll zu tun, im flußabwärts gelegenen Touristengebiet die Badegäste zu evakuieren, während ein Militärkommando alles daransetzt, die schlechte Nachricht zu vertuschen und unliebsame Mitwisser mundtot zu machen.

Joe Dantes "Piranha" aus dem Jahr 1978 war ein bissig ironischer Ableger von Spielbergs "Der weisse Hai". Das Remake von 1995 (keine Fortsetzung wie der deutsche Titel vorgaukelt) ist jedoch nun ein lustloser TV-Abklatsch des Kultfilms. Neben farblosen Darstellern und den billigen Effekten ist es vor allem der Mangel an Humor, der einen Vergleich mit beiden Klassikern verbietet. Für den Trash, den der Film bietet, nimmt er sich selbst einfach viel zu ernst. Wenn im letzten Drittel nur noch unzählige Strandbesucher sinnlos durch die Gegend rennen und Panik vorgaukeln, kann man sich als Zuschauer sein Gähnen kaum noch unterdrücken - sofern man nicht längst schon bei soviel Vorhersehbarkeit weggeschlafen ist.
Bewertung: 0,5/10


... link (0 Kommentare)   ... comment