Freitag, 21. März 2008
Löwen für Lämmer
Der ehrgeizige Senator Jasper Irving (Tom Cruise) will seinen Weg ins Weiße Haus vorbereiten. Er braucht weiteres politisches Profil. Dazu will er die Medien vor den Karren spannen. Er gewährt der TV-Journalistin Janine Roth (Meryl Streep), die bereits seit 40 Jahren im Geschäft ist, ein rares einstündiges Exklusivinterview und möchte ihr dort seine neue, bahnbrechende Militärstrategie für den Afghanistan-Feldzug der USA erläutern. Die Crux: Schon während die beiden unter vier Augen sprechen, hat die bisher hochgeheime Aktion ihren Lauf genommen.
Eine kleine Einheit von Elitesoldaten versucht in Afghanistan einen strategisch wichtigen Bergkopf einzunehmen, um ein Tal kontrollieren zu können. Doch der Hubschrauber der Einheit gerät plötzlich unter schweren Beschuss durch die Taliban. Die beiden Freunde Ernest (Michael Pena) und Arian (Derek Luke) stürzen auf das verschneite Bergplateau und bleiben schwer verletzt liegen – umzingelt von afghanischen Kämpfern. Hilfe ist zwar bald unterwegs, aber diese wird wohl zu spät eintreffen.
Ernest und Arian waren einst Studenten von Professor Dr. Malloy (Robert Redford). Früher voller Idealismus, ist sein Feuer fast erloschen, doch eben nur fast. Für seine hoffnungsvollsten Zöglinge legt er sich weiterhin schwer ins Zeug. Das bekommt der brillante, aber faule Todd (Andrew Garfield) zu spüren. Malloy will den gelangweilten, privilegierten Jungen in einem langen persönlichen Gespräch dazu ermuntern, gegen die politische und militärische Führung aktiv anzugehen und es besser zu machen. Quelle: www.filmstarts.de




"Von Löwen und Lämmern" zeigt großartiges Ensemblespiel mit großartigen Dialogen in einem sehr ausgefeilten Drehbuch, das viele politische Fragen aufwirft ohne sie voreingenommen zu beantworten. Meryl Streep und Tom Cruise liefern sich Rededuelle, die ergreifen ohne parteiisch zu sein; ebenso Redford und der junge Andrew Garfield (in seinem Kinodebüt). Jeder von ihnen hat Berechtigung und kann sogar Recht haben mit seinen Argumenten - und jeder kann sich und dem Zuhörer auch etwas vormachen. Das hervorragende Ende (und die allerletzte alles zusammenfassende Einstellung) läßt alle Möglichkeiten offen. Dass die beiden Dialogszenen und der dritte Handlungsstrang an der afghanischen Front manchmal recht willkürlich aneinander montiert sind und dabei nicht unbedingt zueinander passen wollen, ist dabei der einzige Wehrmutstropfen des Films, der seine Stärke nicht aus der Handlung, sondern aus den dargestellten Momenten bezieht.
Bewertung: 8,5/10




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